14. Juli 2016

Niemand kann fieser zu dir sein, als du selbst!


Wohin man auch schaut, überall wird Selbstliebe und Selbstakzeptanz propagiert. Die Pforten für Toleranz gegenüber allen Körperformen beginnen sich langsam, aber immer mehr zu öffnen. Richtig so! Doof nur, wenn man das für sich selbst gar nicht so richtig annimmt. Schöne kurvige Frauen im Bikini werden bei Facebook geliked wie verrückt, aber überträgst du das auch auf dich?
Wenn du das hier liest, wirst du höchstwahrscheinlich nicht immer strahlend und zufrieden mit dir selbst durchs Leben gehen. Ich habe auch meine Down-Phasen. Vermutlich nerven dich Verwandte und Freunde mit „gut gemeinten“ Ratschlägen a’la „Du könntest ja auch ein bisschen weniger auf den Hüften haben“  und merken dabei gar nicht, dass Sie dich mit solchen Aussagen - wenn auch ungewollt - verletzen und klein machen. Egal wie toll du dich in der vorangegangenen Situation gefühlt hast – wegen eines tollen neuen Outfits oder Haarschnitts – du hast nach so einem Kommentar ein komisches Gefühl in der Magengegend und die gute Laune ist getrübt oder ganz weg. Sogar ein heißgeliebtes Kleidungsstück, dass du dir gegönnt und in dem du dich schön gefühlt hast, könnte dir durch einen unbedachten Kommentar vermiest werden.
Wenn mir so etwas , z.B. auf einer Familienfeier oder Party, passiert ist (heute weniger als früher), stehe ich manchmal am nächsten Morgen vor dem Spiegel und betrachte mich ganz kritisch. Fühle ich mich so wohl? Soll ich mich ändern? Machen 20 kg weniger einen anderen Menschen aus mir? Mit welchem Recht kritisiert mich Person XY überhaupt? Bist du so hässlich, dass andere es nicht ertragen können und über dich reden? Hat gestern jemand mit dem Finger auf dich gezeigt? Was denken denn die Leute von dir?
Und schon bist du dabei dich erfolgreich selbst fertig zu machen! Dein Kopf kommt dir in die Quere.
Ein einziger unbedachter Kommentar löste in mir, teilweise heute noch, massive Selbstzweifel und früher regelrechten Hass auf meinen Körper aus. Klaro war es toll mit Größe 38/40 die Klamotten von der Stange zu kaufen, aber war ich nur wegen meiner Kleidergröße liebenswerter, hübscher, intelligenter, oder wertvoller? Die Schuldfrage ist da so ein zweischneidiges Schwert. Warum fühle ich mich so schlecht, wenn ich nicht dem gängigen Ideal entspreche? Liegt es an mir oder den anderen, dass ich mich selbst als "nicht der Norm entsprechend" empfinde.
Klar, die Gesellschaft mit ihrem Idealbild ist ganz schön unbarmherzig und dem von Medien und Photoshop erstellten Schönheitsvorgaben kann so gut wie kein normaler Mensch entsprechen, zumindest nicht ohne Personaltrainer, Stylist & Co.  Ich wünsche mir, dass in dieser Hinsicht noch ganz viel in Bewegung kommt um den Weg für Menschen, die diesem Ideal nicht entsprechen, einfacher zu machen und auch die Gesellschaft zu stärken, sich diesem gängigen Schönheitsideal nicht zum Sklaven zu machen.  Ernsthaft, selbst kleine Mädchen im Kindergartenalter kommen nach Hause und fragen „Mama, bin ich dick?“.  Da wird ein Schönheitsideal schon auf vierjährige Kinder übertragen – ein Kind sollte nicht über seine Figur nachdenken sondern unbeschwert, gesund und mit einem positiven Körpergefühl aufwachsen dürfen.
Jetzt kommen wir aber zum eigentlichen Problem, zu dir selbst: Dein Umfeld, deine Erziehung und die Vorstellungen und Ideale aller Personen um dich herum hast du als Kind angenommen und verinnerlicht - ja geradezu aufgesogen. Das ist ja bei Werten und Normen auch gut und richtig so  - schlage niemanden, sei höflich, lüge nicht, etc.  Aber wenn andere Ideale, die falsch, krank und überhaupt nicht zu erreichen sind, bei dir eingespeichert werden, ist es wahnsinnig schwer, diese falsche Programmierung wieder zu löschen. Dabei ist es egal, ob es um dicke oder dünne Menschen geht, jeder versucht einer bestimmten Norm zu entsprechen um von der Gesellschaft akzeptiert zu werden und dazu zu gehören. Und jetzt kommst du: Jemand kritisiert dich und sagt dir damit, du bist nicht ok wie du bist. Und du machst dich fertig, weil du selbst glaubst, du bist wirklich nicht ok, also zu dick, zu dünn, zu blond... (bla bla bla).


Glückwunsch liebe Gesellschaft - man fühlt sich scheisse, wenn man nicht wie ein Model aussieht - gut gemacht! Klar ist es gut Ziele zu haben und das beste aus sich herausholen zu wollen, aber die Ziele müssen auch erreichbar sein. Du solltest dich nicht als wertlos, schlecht oder weniger liebenswert betrachten, nur weil du den ästhetischen Vorstellungen anderer um dich herum nicht entsprichst. Denn was für ein Mensch du bist, steht nicht im Schildchen deiner Klamotten.
Selbstkritik kann eine Motivationsquelle sein, unbestreitbar, aber sie kann auch der Ursprung dafür sein sich unglücklich zu fühlen, ja sogar depressiv zu werden. Ich glaube nicht, dass man seinen Antrieb sich zu verbessern verliert, wenn man sich selbst annimmt, sondern man beginnt das Leben aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und zu leben. 
Soll ich dir etwas verraten: Du bist hervorragend genau so wie du bist! 
Mach dich nicht fertig. Akzeptiere dich selbst. Gib dir selbst ein Like. Das Leben ist viel zu kurz um sich selbst fertig zu machen, verschiebe die schönen Dinge im Leben nicht auf eine Zukunft in der du vielleicht Kleidergröße XY trägst. Du lebst jetzt! Trage doch einfach den supercoolen Jumpsuit oder den schicken Bikini, worauf wartest du? Sich selbst vor dem Spiegel zu kritisieren bringt dir gar nichts, außer einem miesen Gefühl und einem schwachen Selbstbewusstsein. 

Der Mensch, der am fiesesten zu dir sein kann, bist du selbst - das solltest du dir klar machen. Du selbst bist dein größter Kritiker und nur du kannst steuern, wie du mit dir umgehst und du dich dadurch fühlst. Selbsthass ist der Garant dafür unglücklich zu sein. Lobe deine Vorzüge, zähle auf, was du an deinem Körper magst. Sei gut zu dir! Mit einem gestärkten Selbstbewusstsein, prallen unüberlegte Kommentare eher von dir ab.


Männer sind da echt anders als Frauen - Männer stehe morgens nicht vorm Spiegel und sagen "Oh Shit, meine Wampe, und diese Oberarme, ach und meine Füße finde ich auch hässlich. Und iiih diese Beine!". Wir sollten uns mehr von Männern abgucken, die stehen vorm Spiegel und sagen sich "Geiler Typ!". Eine positive Einstellung lässt dich strahlen.



Nimm dich an wie du bist, sei nicht  fies zu dir selbst, denn das hast du nicht verdient. Sich selbst zu akzeptieren mag schwer erscheinen und auch ein langer Weg sein, aber sich morgens im Spiegel einfach mal anzulächeln ist schon ein guter Start.


Einen wundervollen Juli!
Deine Jessi




PS: Hier war es in den letzten Wochen aus privaten Gründen etwas still, keine Sorge: Das ändert sich wieder und ja, es gibt bald auch wieder ein Outfit zu sehen :-)

7. Juni 2016

Hochzeitsgast Teil 1 von 4 - Mein Outfit für die schicke Scheune!

Hallihallo Du,

bist du auch noch zu einer Hochzeit eingeladen? Mein Mann und ich sind dieses Jahr zu 4 (!!!) Hochzeiten eingeladen - eine Taufe kommt auch noch dazu - und natürlich finden die alle im Juni statt. Also sind wir an jedem Wochenende in diesem Juni auf einer Feier unterwegs. Jawoll! Prost!

Und als ob es nicht schlimm genug ist für eine Hochzeit EIN Outfit zu finden, mache ich mir jetzt über VIER Gedanken. Klar könnte ich überall dasselbe anziehen, aber das wäre doch öde und ich würde ja wissen, dass ich vier Mail dasselbe Outfit anhatte. Jede Hochzeit ist ja etwas eigenes und spezielles: Größe der Feier, schick oder eher locker, Kirchliche Trauung oder nur Standesamt, bin ich Trauzeugin oder nur angeheiratete Cousine - dies alles wirkt sich bei mir schon auf die Outfit-Wahl aus.

Daher möchte ich dir mein erstes Outfit von insgesamt vier vorstellen: Etwas retro, angelehnt an die 50er, aber dennoch nicht "too much" um verkleidet zu wirken. Inspiriert dazu hat mich der Vintage-Stil von Miss Kittenheel - sie trägt immer so wundervolle Kleider und ich bin richtig verliebt in ihren Look.
Diese erste Hochzeit wurde in einer schicken Scheune gefeiert, aber mit Stuhlhussen und rustikalem Grill-Buffet - eine Kombi die echt gut funktioniert hat. Daher durfte auch das Outfit etwas anders ausfallen, als bei einer Superschick-Hochzeit.




 Meine neuen Lieblings-Ohrringe: Schlicht schwarz aber ich finde sie ziemlich cool. Ich habe versucht das Make-up ein wenig an die 50er anzupassen, also ordentlicher Lidstrich, Augenbrauen verstärkt, rote Lippen und die Wimpern gut getuscht. Ich als Make-up-Legastheniker fand mich schon sehr stark "angepinselt" ;-)


Die orangen Schuhe sind einfach mega-cool, die peppen das komplette Outfit auf. Die Schuhe sind "wide-fit", also breiter als normal und daher super bequem, gerade wenn man bei Wärme auch einmal mit geschwollenen Füßen zu kämpfen hat. Der Pfennig-Absatz hat es aber doch in sich, sodass ich um 23 Uhr auf meine Alternativ-Schuhe (Ballerinas) umgestiegen bin.


Der Rock ist von Asos und sehr schlicht, aber der fällt einfach wunderbar und man muss ihn nicht bügeln (jipiie). Ich wollte schon immer so einen tollen Basic-Rock im Schrank haben. Mir fallen noch gefühlte 20 Kombinationsmöglichkeiten ein.



 Das Oberteil ist ein Off-Shoulder-Shirt, die Träger die dort "hervorlunsen" gehören zu meinem BH, aber es ist niemandem aufgefallen, dass die nicht zum Oberteil gehören. Ich bin nach wie vor auf der Suche nach einem gut sitzenden trägerlosen BH - sobald ich ihn gefunden habe, werde ich Off-Shoulder-Shirts so tragen, wie es sich gehört. Aber bis dahin verzichte ich nicht auf ""Zucht und Ordnung" oben rum ;-).  Das Oberteil ist eigentlich langärmelig, aber ich habe die Ärmel umgekrempelt.

Oberteil: H&M (aktuell)
Rock: Asos Scuba Rock Midi (aktuell)
Schuhe: New Look orange wide-fit (aktuell)
Handtasche: Clutch (alt)
Ohrringe: Takko (müsste es noch geben)
Haare: ich selber - zum Glück dank Tomatenmark ohne Blaustich (frag lieber nicht)


Ich freue mich schon auf die nächsten Hochzeiten und natürlich darauf, dir meine anderen Outfits hier zu präsentieren.


Eine wunderbar-sonnige Woche wünsche ich dir.
Jessi



2. Juni 2016

Stolpersteine und Krisen - Was dich nicht umbringt...


Hallihallo Du,

kennst du das? Du hast dir da einen schönen Plan geschmiedet, hast alles durchdacht, freust dich, weil du denkst etwas ist „safe“ und dann passiert etwas Unerwartetes! Plötzlich ist alles anders! Der Plan ist hinfällig und du versucht einigermaßen ohne Schaden aus der Nummer rauszukommen und zu retten, was zu retten ist. Du hängst in der Luft, ohne richtig zu wissen wo dir der Kopf steht. Schwebst mit deinen Gedanken irgendwo zwischen Plan B und Plan F und weißt nicht so recht, was die richtige Lösung ist. Es gibt einfach zu viele Variablen, die du bedenken musst und jede Lösung scheint nicht perfekt - hat Tücken, Nachteile, Schlaglöcher.  Du bist enttäuscht, wütend, verwirrt, traurig und kannst im Moment vor lauter Emotionen gar nicht vernünftig reagieren.

Solche Situationen hatte ich in meinem Leben schon öfter: Trennungen, Umzüge, berufliche Entscheidungen.  Du sicher auch?! Immer wieder von vorne anzufangen scheine ich für mich gepachtet zu haben. Manche bezeichnen mich als sprunghaft, andere bewundern meine Energie mich neuen Situationen immer und immer wieder zu stellen.  Die Wahrheit ist: Es ist anstrengend! Und ich habe das Gefühl, dass es zunehmend schwerer für mich wird, mich geänderten Situationen und umgeschmissenen Plänen anzupassen. Möchte nicht jeder irgendwann ein Stück Sicherheit haben? Wohnung=Check! Einrichtung=Check! Partner=Check! Zurücklehnen und genießen.

„Was dich nicht umbringt, macht dich nur stärker!“

Stimmt! Ich für meinen Teil bin ein hervorragender Krisenmanager und kriege es irgendwie hin immer wieder aufzustehen, mein Krönchen zu richten und von vorne anzufangen.  Es ist hilfreich, wenn man auch in schwierigen Situationen positiv bleibt – auch wenn es schwer fällt. Vorteile erkennen, neue Möglichkeiten finden – konzentrier dich nicht auf das Negative! Das hilft mir persönlich in Krisensituationen immer sehr. Na klar gehen oft Emotionen wie Trauer, Enttäuschung, Wut, Kränkung, Verbitterung, Schuldgefühle, Erschöpfung, Mutlosigkeit, Angst, Selbstzweifel und was weiß ich nicht noch alles mit Krisen einher. Diese Emotionen sind auch wichtig, jedoch kann man aus so etwas auch gestärkt hervor gehen. Den Kopf in den Sand zu stecken und andere indirekt zu verpflichten, DIR zu helfen den „Arsch“ hochzukriegen, ist nichts für mich. Ich kenne Leute, die sich in Selbstmitleid suhlen, wenn etwas nicht so läuft wie gedacht – Trauer und Enttäuschung zu zeigen und zu verarbeiten ist ja auch wichtig – aber sich langfristig in diesem Zustand einzurichten ist einfach kontraproduktiv. Vor allem hat man auch eine Verantwortung sich selbst gegenüber. Ich kann mir selbst nicht in die Augen schauen, wenn andere meine Probleme lösen. Unterstützung ist hilfreich, aber die Verantwortung für wichtige Entscheidungen sollte man nicht an andere abgeben.

Richtig bescheuert ist es, wenn du in einer Situation steckst, die dir jemand anderes eingebrockt hat. Das nervt so richtig! Wenn man sich selbst irgendwo hinein manövriert hat, löffelt man seine Suppe eben aus. Klar, selbst Schuld, aber geht schon. Aber wenn man Dinge nicht beeinflussen kann und dir etwas entgleitet, stehst du davor und bist ratlos. Zumindest geht es mir gerade so. Wie reagiere ich? Soll ich sauer sein, soll ich mich um die Lösung kümmern, soll ich es dem Verantwortlichen aufdrücken alles zu klären und riskieren, dass wieder alles schief läuft? Soll ich lieber meinen eigenen Plan schmieden und den für mich durchziehen? Ohne Rücksicht auf Verluste? Egoistisch sein?

„Sehe ich eine Krise als Zeit des Wandels, geht es mir schon ein bißchen besser!“

(Romana Prinoth Fornwagner)

Worauf wollte ich mit diesem Gedanken-Post eigentlich hinaus? Ich weiß es nicht! Vielleicht wollte ich mir nur alles von der Seele schreiben. Vielleicht wollte ich mir selber nur vor Augen führen, dass ich bisher schon ganz andere Dinge gemeistert habe und hey – das ist das Leben. Wäre ja auch langweilig, wenn alles nach Plan verliefe! Stolpersteine und Krisen gehören eben dazu. Rückblickend mit genügend Abstand betrachtet, kann man sogar viel von sich selber lernen – vor allem aus seinen Fehlern!
Wie managet du deine Lebens-/Sinnkrisen oder Stolpersteine?

Eine schöne Restwoche!

Eure Jessi



PS: Vielleicht sollte ich noch folgendes anmerken: Bei meinem Mann und mir ist alles in Ordnung, nur manchmal zerschlagen sich Pläne für die Zukunft aus verschiedenen Gründen und das ist gerade echt doof.

18. Mai 2016

Gestörtes Körpergefühl - Der Teufelskreis aus Zu- und Abnehmen und was ich als Mama bei meinen Kindern anders machen möchte.


Hallihallo Du,
ich selbst bin seit Jahren phasenweise sehr fleißige Blogleserin und schaue gerne was andere modisch so machen und was sie bewegt – für mich umgesetzt hab ich das alles erst viel später.  Den Blog von Katrin von Reizende Rundungen, die im Moment leider nicht mehr aktiv bloggt, habe ich geradezu verschlungen. Sie war und ist meine Heldin. Aber auch Tanja Marfo von Kurvenrausch Hamburg schreibt unter anderem  sehr persönliche und offene Beiträge, die ich „aufsauge“, eben weil ich mich so gut in ihren Beiträgen wiederfinde.


2005 (Größe 42)

Es gefällt mir die Frau hinter dem Text zu sehen, ihre Vergangenheit und nicht nur die tollen Fashion-Fotos. Wie ist sie zu dem geworden, was sie heute ist, was sie ausstrahlt und was will sie anderen sagen?  Deshalb dachte ich mir, dass auch ich einmal meine „Diät-Geschichte“ erzählen sollte.
2007 (Größe 40)

Wo fängt man da an? Kindheit ist gut oder? Ich war eigentlich ein normalgewichtiges Kind – vielleicht phasenweise etwas kräftiger als andere, aber niemals massiv übergewichtig. Ich habe mich sehr gerne bewegt und als Kind der 80er/90er sehr viel draußen gespielt. Meine Erziehung war schon autoritär und geprägt von der Nachkriegsgeneration, denn meine Eltern waren zwar jung, jedoch haben wir mit vier Generationen auf unserem Familien-Bauernhof gelebt, weshalb der Einfluss der Großeltern nun einmal da war – im positiven wie negativen Sinn.
2008 (Größe 38/40)

Keine Sorge, ich werde keine Hasstiraden schreiben, warum meine Eltern Schuld an meinem Übergewicht sind. Jedoch möchte ich aufzeigen, dass man als Eltern Fehler machen kann und seinem Kind, vielleicht unbewusst und in eigentlich guter Absicht, falsche Vorstellungen und ein falsches Körperbild vermitteln kann.



"Schon im Säuglings- oder Kleinkindalter werden die Grundlagen für ein gesundes Essverhalten oder eine Neigung zu Essstörungen gelegt: Nahrung darf nicht als Belohnung oder Bestrafung für das Verhalten eingesetzt werden, sondern die Nahrungsaufnahme muss sich immer nach den tatsächlichen Bedürfnissen eines Kindes richten. Sonst lernt das Kind nicht, die eigenen Bedürfnisse zu deuten und zu entscheiden, wann es etwas zu essen braucht oder wie viel. "



Es folgen ein paar Dinge, die sich mir persönlich ins Gedächtnis gebrannt und mein Gewicht nachhaltig beeinflusst haben:
Bei uns Zuhause war das Credo: AUFESSEN! Ausnahmslos und zwar schnell und ohne Wiederrede! Mein eigenes Hungergefühl  hat keine Rolle gespielt, denn Essen wirft man nicht weg.  Und je schneller ich aufgegessen hatte, desto besser, denn nur wer schnell isst, „schafft auch etwas“ . Sich Zeit fürs Essen  zu nehmen wurde als unnötiger Luxus betrachtet, den kein Mensch braucht. Die Folge ist, dass ich beim Essen wahnsinnig schlinge und IMMER meinen Teller leer esse, weil ich von Kind an gelernt habe mein Sättigungsgefühl komplett zu ignorieren. Ich kannte lange Zeit nur Hunger und mir ist schlecht! Durch das Schlingen setzt das Sättigungsgefühl sehr viel später ein und ich esse mehr. Ich weiß das! Aber den Teufelskreis nachhaltig zu durchbrechen, habe ich nie geschafft , auch wenn ich mich selber oft versuche zu zwingen, die Mahlzeiten zu genießen. Vielleicht sollte ich mir ein Tattoo auf die rechte Hand stechen lassen a’la „Du hast Zeit und hör auf, wenn du satt bist!“ .  Ich arbeite immer noch daran diese Konditionierung los zu werden - nicht weil ich abnehmen will, sondern weil mir das Schlingen nicht gut tut.

Hier ein paar Zitate aus meiner Kindheit, die andere sicher auch schon oft gehört haben:

„Iss auf, sonst scheint morgen die Sonne nicht!“
„Wie man isst, so arbeitet man!“
 „Mach deinen Teller blank, ich kann das nicht sehen!“
 "Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt" 
"Iss den letzten Rest auch noch auf " 
„Du bleibst solange hier sitzen, bis du das aufgegessen hast“ 

Ich erinnere mich an einen Sommertag, an dem ich von 12 Uhr bis nachmittags um 15 Uhr in der Küche saß, weil ich nicht aufessen wollte.
Ich appelliere daher an alle Mamas: Lasst den Scheiss! Damit verursacht ihr im schlimmsten Fall Essstörungen und schafft nur ein Problem, wo keines sein muss. Ich bin nun selber Mama und mein Sohn hat beim Essen alle Zeit der Welt und niemals, niemals, niemals werde ich ihn zwingen aufzuessen. Ich erkläre sogar Betreuungspersonen (Tagesmutter oder Babysitter), dass ich ihnen den Kopf abreißen werde, wenn ich mitkriege, dass sie meinem Kind so einen Mist aufzwingen wollen (verzeiht die deutlichen Worte, aber in dieser Hinsicht bin ich sehr emotional). Lasst doch euren Kindern die Möglichkeit auf ihr eigenes Hunger- und Sättigungsgefühl zu hören und auch danach zu essen.
2011 (Größe 44/46)
Ein zweiter großer Punkt ist meine Mama, bzw. ihre Einstellung zu ihrem Körper. Meine Mama war auf Dauerdiät, hat phasenweise gehungert, sich auch mal einige Zeit nur von Naturjoghurt, Hefewürfeln und Mineralwasser ernährt (ernsthaft, das ist kein Witz), dann logischerweise wieder zugenommen und war -platt gesagt- wie der Mond - einmal zunehmend, einmal abnehmend. Sport spielte aber nie eine Rolle in ihrem Leben. Sie hat auf mich nie den Eindruck gemacht, dass sie sich wohl in ihrer Haut fühlt, sie hat immer nur mit ihrem Körper gekämpft. Mein Papa war mit Kritik in dieser Hinsicht auch nicht gerade „zimperlig“.
2012 (Größe 44)

Ich habe mit sechs oder sieben Jahren angefangen, mich mit meinem Gewicht auseinander zu setzen, da mich meine Mama aufgrund meiner „Minimalpummeligkeit“  ins Visier genommen hatte. Ehrlich, mein Gewicht als Kind war nie auch nur im Ansatz besorgniserregend, wenn ich Kinderbilder sehe, versuche ich immer zu erkennen, was mit mir nicht ok gewesen sein soll.
"Eltern haben dabei große Vorbildfunktion und sollten ihren Kindern Lebensfreude vermitteln und in ihrer Selbstfindung, Selbstachtung und Selbständigkeit stärken sowie Kommunikations- und Konfliktfähigkeiten fördern. Es ist wichtig ein gesundes Essverhalten vorzuleben und im Umgang mit dem eigenen Körper zu vermitteln, dass dieser schön, liebenswert und vor allem wertvoll ist."

Liebe Muttis, Papis und andere Verwandte, wenn ihr einem Kind – bestimmt in bester Absicht - das Gefühl vermittelt „Du und dein Körper sind nicht ok so wie sie sind“ - dann schämt euch! Ihr bewahrt ein Kind NICHT vor späterem Übergewicht, weil ihr es mit der Nase immer und immer wieder auf ein Problem stoßt, dass evtl. auftreten könnte! Ein positives und gesundes Körpergefühl zu vermitteln und das Selbstbewusstsein stärken, erreicht man NICHT über ständige Kritik.
2012 (Größe 42/44)

In jedem Fall führte dies alles dazu, dass ich in der 12. Klasse so um die 85 kg wog, Konfektionsgröße 44 trug und mega-unsicher war.  Irgendwann verliebte ich mich und dachte, dass ich bei dem Kerl nur eine Chance habe, wenn ich abnehme. Also habe ich mich fettarm ernährt, Kalorien gezählt  -teilweise sehr exzessiv-  und Sport getrieben, woraufhin ich knapp 20 kg abnahm.  Man lobte mich wie verrückt und die "Jungs" (Kerle um die 20 eben) wurden aufmerksam, ich fühlte mich geschmeichelt, aber ernsthaft: Glücklich war ich nicht. Ich hatte Kreislaufprobleme, musste penibel aufpassen was ich esse und wenn ich mich selbst im Spiegel betrachtete, sah ich mich immer noch in meiner schwereren Version. Außerdem war es den Leuten ziemlich egal, dass ich recht ungesund abgenommen und meinen Körper mit Füßen getreten habe - nur das Ergebnis zählt. Wenn ich heute Bilder von damals sehe, bin ich etwas sprachlos "Das war ich?". In meinem Kopf kam das schlanke Körperbild nie an. Trotz Größe 38 habe ich mich selten getraut einen Bikini zu tragen. Außerdem hatte ich ständig an mir selbst etwas auszusetzen und war regelrecht fies zu mir, wenn ich auch nur ein Kilo zunahm.  Mit dem Kerl war ich übrigens nur kurz zusammen.

Mein Körper weigerte sich regelrecht das Gewicht, dass ich ihm aufgezwungen hatte zu akzeptieren, also nahm ich bei normaler Ernährung, trotz sportlicher Betätigung, wieder zu - was sicher auch an meinem geschrotteten Stoffwechsel lag.  Ab diesem Zeitpunkt ging es mit dem Gewicht immer auf und ab, ich habe von Größe 38 bis 46 alles im Kleiderschrank.


2013 (Größe 44)
Dann kam ich mit meinem heutigen Ehemann - meinem absoluten Traummann -  zusammen und wurde schwanger, plötzlich war alles anders. Ich hatte plötzlich Verantwortung für die Gesundheit meines Kindes und versuchte auf meinen Körper zu hören. Ich aß ausgewogen und gesund, trank viel Wasser und Schorle, bewegte mich moderat und zählte nicht eine Kalorie. Gewicht war für die Ärzte ein Thema, aber nicht für mich. Ich fühlte mich in meinem ganzen Leben nie wieder so wohl in meinem Körper, obwohl man als schwangere Plussize-Lady auch oft Zielscheibe für andere ist .  Meinen Baby-Bauch trug ich jedoch voller Stolz und  betonte diesen wo es nur ging. Ich startete mit Größe 44/46 in die Schwangerschaft und habe diese Größe heute immer noch - mein Sohn wird bald zwei Jahre alt.  Erst mit der Schwangerschaft und der Geburt meines Sohnes setzte ich mich noch intensiver mit gesunder Ernährung auseinander und mit mir selbst als Vorbildfunktion. Ich glaube dies hat einen großen Anteil daran, dass ich versucht habe auch nach der Schwangerschaft dieses Gefühl des "im Reinen mit seinem Körper sein" zurück zu bekommen.
2014 (6 Wochen vor der Geburt meines Sohnes)

Tja, und nun stecke ich mittendrin im Prozess des "Sich-selbst-Lieben-Lernen" . Selbstbewusst und Lebensbejahend habe ich schon immer auf andere gewirkt, jedoch war diese Ausstrahlung teilweise Selbstschutz und ist in mir drin nie so richtig angekommen. Erst in den letzten 2 Jahren habe ich mir selbst die Fragen gestellt: Was willst du deinem Kind vermitteln? Welche Werte sind dir wichtig? Welche Einstellung soll dein Sohn zu sich selbst haben? Wie willst du mit dir selbst umgehen? Bist du glücklicher, wenn du abnimmst? Da ist mir so einiges klar geworden und wird es immer noch!

Und: Ich habe mich von Menschen verabschiedet, deren Einstellung oder Weltbild nicht mehr zu mir passen. Oberflächlichkeit und ein verqueres Idealbild -> dagegen möchte ich im Privaten nicht gegen an diskutieren.  Über Freundinnen, die merkwürdige "Diäten" machen, kann ich nur den Kopf schütteln.  Oft möchte ich die Mädels an den Schultern packen und anbrüllen: "Bist du wahnsinnig? Weißt du was du deinem Körper mit Hungern, 1000-Kalorien-am-Tag, Low-Carb oder sonst einem Scheiß antust!?!" Ich versuche für mich einen Weg zu einer gesunden,alltagstauglichen Lebensweise zu finden. Einerseits über Ernährung, andererseits über Bewegung. Abnehmen ist mir völlig egal, wenn es als Nebeneffekt auftritt ok, aber es ist nicht das Ziel . Ich habe keine Lust mehr auf Jojo-Effekte, Selbsthass und Druck nur um anderen zu gefallen. Ich will für meine Familie und mich gesund bleiben und mich selbst annehmen, damit ich meinem Kind kein vermurxtes, krankhaftes Körper-Idealbild vermittele und er eine gesunde Einstellung zu Ernährung, Bewegung und damit letztendlich zu sich selbst, bekommt. Viel vorgenommen? Sicher! Aber ich möchte nicht die Fehler wiederholen, die mein Leben unnötig verkompliziert haben.


"Ein gutes Körpergefühl und gesundes Selbstbewusstsein sind die beste Prävention gegen Essstörungen. "


In diesem Sinn: Seid gut zu euch und bedenkt, dass sich Kinder auch die Einstellung der Eltern - von euch - abschauen. Sei ein Vorbild und vermittele deinem Kind Selbstbewusstsein und ein gesundes Körpergefühl! Ich weiß, wie es läuft, wenn Eltern sich darüber keine Gedanken machen.

Jessi




Quelle Zitate: https://www.therapie.de/psyche/info/index/diagnose/essstoerungen/entstehung-und-vorbeugung/

14. Mai 2016

Projekt: Kühles, aschiges Blond die Zweite - La Riche Directions Farbcreme Silver


Nachdem ich im letzten Monat meine Haarfarbe von Braun zu Blond gewechselt habe, musste ich kürzlich wieder zum Nachschneiden zu meiner Feines-Haar-Expertin-und-Stammfriseurin Jaqui.

Nach dem Schneiden fiel mir auf, dass die Haare an der einen oder anderen Stelle wieder gelblicher wurden. Klar, denn „Silver“ bzw. lila/blau-Pigmente waschen sich schnell aus und halten nicht so nachhaltig im Haar wie z.B. Rotpigmente. Trotzdem doof! Ich mag die Haare ja kühl  und aschig, gerne ein wenig silber und lieber zu grau oder lila als zu gelb! Das Problem eben mal fix mit meiner Friseurin erörtert und da hat sie mir etwas mitgegeben:

Directions Farbcreme Silver von der Firma La Riche 

Kosten direkt im Friseursalon 10,00 €, jedoch bei Amazon entdeckt für knapp 7,00 €.
Meine Friseurin verwendet das in ihrem Salon zum Mattieren von Blondtönen.  Da meine Haare schon ordentlich vorblondiert waren – denn das ist megawichtig für die Anwendung dieser Farbe – meinte sie, die Directions-Haarfarbe würde den gewünschten Silverhair-Effekt erzeugen.  Ist ja klar, die Pigmente sind ähnlich wie im Silbershampoo bzw. im Fan Effektspülmittel Silver, also ran!

Anwendung gemäß meiner Friseurin:
Haarfarbe aus dem Tiegel mit einem Färbepinsel (gibt es für teilweise unter 2,00 Euro im Drogeriemarkt) wie ganz normale Farbe auf das Haar auftragen, in die Sonne setzen (Wärme ist ja wichtig) und 60 Minuten einwirken lassen.  Das ging schon einmal so simple wie mit Haarfarbe. Auf dem Tiegel steht zwar nur etwas von 15 Minuten Einwirkzeit, jedoch habe ich auf meine Friseurin gehört – ernsthaft, nach 15 Minuten wäre das Ergebnis überhaupt nicht so gut geworden, also keine Angst vor einer langen Einwirkzeit. Außerdem steht da auch, man solle die Kopfhaut eincremen! Hä, wie soll das denn gehen?? Ich habe es nicht gemacht – wie auch?!

Soweit so gut und das Zeug war auf dem Kopf!  Erst einmal der Schock – ok, das ist total blau?! Nicht nur ein bisschen, sondern total! Hoffentlich klappt das und ich habe am Ende keinen Blaustich. Gestunken hat die Directions Haarfarbe schon einmal nicht, jedoch sollte man sich bei der Anwendung auf jeden Fall Handschuhe anziehen, sonst gibt’s bläuliche Handflächen für ein paar Tage – ich habe es aber  mit Duschpeeling von den Handflächen entfernen können. Puh, das hätte auf der Arbeit sonst blöd ausgesehen ;-)  Typisch, da ist man ungeduldig und kein einziges Paar Handschuhe ist im Haus, denn ich massiere nach dem Auftragen die Farbe noch einmal gründlich in die Haare, damit ich wirklich alle Haare erwische. Nach der Einwirkzeit abspülen und Haare wie gewohnt frisieren.

Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden. Die durchscheinenden gelben Strähnen wichen einem kühlen, aschigen Blondton – toll! Die Haare fühlten sich überhaupt nicht strapaziert an und chemisch gestunken, wie manche Tönungen aus dem Discounter, hat die Farbe auch nicht. Meine Kopfhaut hat sich überhaupt nicht mit Protest gemeldet, war jedoch etwas bläulich, was aber nach der nächsten Haarwäsche auch verschwunden war.  Der Tiegel ist sogar so ergiebig, dass ich meine kurzen Haare damit noch ein bis zwei weitere Male behandeln kann. Genial.




Mein Fazit: Die Directions Farbcreme Silver von La Riche (die eigentlich eine Tönung ist) geht auf jeden Fall in mein Farbrepertoire bzw. Anti-Gelbstich-Ausrüstung über! Zu der Haltbarkeit im Haar kann ich bislang nur soviel sagen, dass nach einer Woche noch keine großes Auswaschen statt gefunden hat. Da es sich jedoch um eine Tönung handelt, gehe ich davon aus sicher in 4 Wochen nachbehandeln zu müssen.

Für Selberfärberinnen sehr zu empfehlen!

Bis denn,
Jessi

10. Mai 2016

Mein Büro-Outfit mit reanimierten Schrankfunden - Business: Black and White

Hallihallo,

was für ein geiles Wetter, also wegen mir kann der Sommer kommen. Ja ok, vielleicht noch nicht ganz so schnell - bei meinen Sommersachen sieht es noch ganz schön mau aus und ich habe immer noch nicht DIE perfekte Jeansjacke gefunden - aber schon gefühlte 20 anprobiert und zurück geschickt. Egal!

Im Büro - jap, ich habe einen schnarchigen Bürojob - bin ich allerdings Outfit-technisch gut dabei. Das letzte Asos-Paket hat einige alte Kleidungsstücke wiederbelebt. Ist es nicht toll, wenn man Neues mit altem Kram aus dem Schrank kombiniert und feststellt "Sieht gut aus"?! Ich freue mir ja einen Keks, wenn ich alte Teile in meinem Schrank finde und die wieder vermehrt ausführe.

So auch mit der folgenden Hose von New Look: Eine Skinny-Jeans, die ich mir letztes Jahr zum Job-Wiedereinstieg gegönnt habe - in zweifacher Ausführung - um auf der Arbeit auch schick auszusehen. Ich habe zwar nicht unbedingt täglichen Kundenkontakt, aber doch nahezu täglichen Chef-Kontakt, daher gucke ich schon ein bißchen wie ich auf der Arbeit rumlaufe - auf jeden Fall sehr viel braver als privat.

Black and White finde ich momentan super - elegant, stylisch und man ist immer gut angezogen. Keine Sorge, ich verstecke mich oder meine Figur nicht hinter schwarzen Klamotten, ich liebe schwarz, schon immer. Nicht weil es schlank macht, sondern weil schwarz so vielfältig ist - cool, lässig, elegant, sexy, extravagant oder sportlich. Schwarz kann alles!

Für mich entdeckt habe ich nun auch das Material Chiffon - so geil! Locker, leicht, man schwitzt bei warmen Wetter nicht so leicht und vor allem man muss es nicht bügeln. Ich hasse bügeln und hole mein Bügeleisen nur im Notfall heraus - das letzte Mal für ein Hemd meines Mannes. Ok, es war unsere Hochzeit...nun ja, genug vom Bügeln hin zum Outfit:



Mein Arbeitsoutfit heute bestand aus einer schwarzen Skinny-Jeans von New Look mit einer weißen Chiffon-Bluse von BraveSoul und einem Blazer von New Look. Die schlichten schwarzen Keilpumps sind von Annie G. Da die Bluse ein wenig durchsichtig ist, habe ich mangels weißer BHs im Schrank einen grauen darunter gezogen, was zwar ein wenig durchschien, aber das fand ich nicht schlimm. Der Blazer hat eine besondere Optik, so ein bißchen wie "Seersucker-Bettwäsche", auch die dreiviertel Ärmel mag ich sehr - dass die Bluse langärmelig ist stört mich nicht, denn ich mag es, wenn die Ärmel aus dem Blazer hervorgucken.


Was mir an der Bluse besonders gefällt ist die Länge. Einigen mag diese Länge "auf Hosenbund" nicht gefallen, aber ich finds super. Da ich sowieso mit eher kurzen Beinen gesegnet bin, sehe ich mit langen Blusen immer noch kurzbeiniger aus und HighHeels trage ich nicht auf der Arbeit. Auch die Überlappung und den Schalkragen finde ich toll. So eine universelle Bluse kann man auch toll zu seinem Bleistift-Rock oder einer zerissenen Jeans und einer Lederjacke kombinieren, wenn man es etwas lässiger haben möchte.


Hier hat sich mein Sohn einmal kurz ins Bild gemogelt, weil er mir seinen Hüpfball unbedingt zeigen wollte ;-)



Im Großen und Ganzen ein Business-Look für jeden Tag. Der eine findet es vielleicht langweilig, aber ich mag den schlichten Business-Look.

Hose: New Look (vom letzten Jahr, New Look direkt)
Bluse: BraveSoul über Asos (aktuell)
Blazer: New Look (vom letzten Jahr, New Look direkt)
Keilpumps: Annie G. (vom letzten Jahr, K&K-Schuhcenter)
Ohrringe: Takko  (aktuell)
Makeup: wegen Talentfreiheit nur Masacara und Augenbrauenstift
Foto: Aushilfsfotograf (mein Ehemann)

Noch ein paar wundervolle Sonnentage uns allen.

Bis denn,
 Jessi

27. April 2016

Haare selbst gemacht: Von braun auf blond mit colourB4 & Co. ohne Gelbstich!


Hallihallo Du,

vielleicht kennst du das ja auch: Du warst beim Friseur, hast dir einen richtigen coolen Schnitt verpassen lassen, aber für die Farbe 50,00 Euro hinblättern – auf keinen Fall!
Oder du wolltest „mal wieder was anderes“ auf deinem Kopf und hast in deinem Veränderungseifer im Supermarkt nach der nächstbesten Haarfarbe gegriffen.  Tja, und jetzt stehst du vor dem Spiegel und irgendwie - also so richtig ist das nicht deine Farbe. Und überhaupt, was war denn an der alten Haarfarbe eigentlich so schlecht?

Ich stehe ja immer mit meiner dunklen, neuen Farbe vorm Spiegel – nach langer Blondzeit – und denke mir „Neeeeein, du hast es schon wieder getan!“ . Doof, aber nicht so schnell zu ändern?! Ja eben doch! Entweder mit einem kostspieligen Friseurbesuch oder vielleicht mit  ColourB4 Haircolour Remover.

Ich muss aber dazu sagen, dass ich zum allerersten Mal und erst nach langer, intensiver Recherche, meine Haare selbst von Braun auf Blond „bearbeitet“ habe.  Zudem kenne ich mich mittlerweile, was die chemische Komponente beim Haarefärben angeht, gut aus und weiß, wie meine Haare auf welche Behandlung reagieren.  Für Self-Made-Neulinge im Haarfarben-Bereich, würde ich aber immer den Friseurbesuch empfehlen. Die Friseurinnen wissen was sie tun und da gibt es keine bösen Überraschungen.

Ich habe mich entschieden es selbst zu machen, weil ich die braun-auf-blond-Prozedur schon öfter beim Friseur durchgemacht habe und das Ergebnis immer gelbe Haare waren, die – natürlich – danach viel Pflege und Erholung benötigten. Dies ist mit ColourB4 aber nicht anders, Chemie greift nun einmal die Haare an. 

Was macht der Entfärber mit den Haaren? Der ColourB4-Haircolour-Remover verkleinert - vereinfacht ausgedrückt - die künstlichen Farbmoleküle in den Haaren, sodass man sie mit viel, viel, viel, viiiiiiel klarem Wasser aus den Haaren ausspülen kann. Glaub mir, du musst wirklich lange und ordentlich ausspülen, sonst wird das nichts. 

Und die einzelnen Schritte? Da eine ausführliche Anleitung dabei ist, würde ich jetzt nicht unbedingt auf die einzelnen Schritte eingehen. Lies dir aber vorher die Anleitung und ggf. noch die Hinweise auf der Homepage gut durch. Im Prinzip ist es aber einfach: Haare mit dem mitgelieferten Shampoo sorgfältig waschen um Rückstände jeglicher Art aus dem Haar zu waschen. Haare gut trocknen! Dann den Remover anmischen, gleich auftragen, den Kopf mit Frischhaltefolie umwickeln, ggf. zum Warmhalten noch ein Handtuch darum wickeln und 60 Minuten warten. Wärme hilft bei dem chemischen Prozess, also solltest du lieber nicht mit dem Zeug auf dem Kopf im Kalten herumspringen. Nach der Einwirkzeit musst du guuuuut ausspülen, lieber zu lange als zu kurz! Stell dich am besten unter die Dusche und stelle dir eine Eieruhr. Ich habe meine Haare über der Badewanne ausgespült und das ging ganz schön auf den Rücken! Im Anschluss noch den „Stopper“ auf die Haare, einwirken lassen und wieder guuuuuut ausspülen. Jetzt noch die mitgelieferte Pflegespülung ins Haar, einwirken, ausspülen, Haare  föhnen und das Ergebnis bestaunen!

Vorher
Mein wichtigster Tipp: Erwarte nicht zu viel! Du wirst deine richtige Naturhaarfarbe nicht wieder sehen, eher eine aufgehellte Version davon, denn in den meisten künstlichen Haarfarben steckt meistens auch ein Aufheller. Also wenn du deine Naturhaarfarbe wiederhaben möchtest, solltest du lieber doch den Friseur aufsuchen. Aber die Farbmoleküle sind nun, zum größten Teil, aus den Haaren entfernt.

Nachher
Behandlung wiederholen? In der Anleitung steht, dass man ggf. die Anleitung  ein zweites Mal wiederholen kann. Ich habe sie zwei Mal durchgeführt und eine Veränderung habe ich nach dem zweiten Mal nicht festgestellt. Also spar dir das lieber – deine Haare werden es dir danken!


Ergebnis? So –ich nehme an du hast jetzt unter Umstände eine nicht so tolle Farbe auf dem Schopf, kein Problem, denn du kannst nach der Behandlung mit dem Haarfarbenentfernern direkt weiter machen. Ich wollte ja wieder ein schönes, kühles Blond – möglichst ohne Gelbtisch. Aktuell waren mein Haare eher rotblond und ich wollte ja richtig blond werden.



Und nun zum kühlen blond ohne Gelbstich! (Wenn du nicht blond werden möchtest, ist das folgende wohl eher nicht interessant für dich!)


Als ersten Schritt habe ich dann – am selben Tag - den Syoss Platinum Blond Aufheller 13-5 für 9 Nuancen-Aufhellung  aus dem Supermarkt verwendet, da meine Naturhaarfarbe mehr einem Hellbraun/Dunkelblond entspricht und von Natur aus sehr goldig ist.  

Das Ergebnis nach dem Aufheller war erst einmal ok, natürlich hatten meine Haare noch einen Gelbstich, aber das hatte ich nicht anders erwartet.  Auch sonderlich angegriffen fühlten sie sich, trotz Entfärber und Aufheller, nicht an. Damit konnte ich vor die Tür! Meine Kopfhaut war jedoch weniger begeistert von der ganzen Chemie und fühlte sich wirklich sehr gereizt an. Also erst einmal ein paar Tage Pause für die Kopfhaut! Sei nicht ungeduldig, plane Zeit ein und quäl dich nicht - also lass dir auch Zeit.
Ergebnis nach dem Aufheller

Tipps gegen den Gelbstich: Für die nächsten Tage stand Haarpflege auf dem Programm. Haarmasken und Spülung von Balea (dm-Drogeriemarkt) hatte ich ja schon besorgt, wobei ich diese immer mit FAN – silberweiß Effektspülmittel gemischt habe – gegen den Gelbstich. Im Prinzip ist das nur lila Farbe – diese Farbe ist auch in den Silbershampoos, die mir aber oft zu schwach wirken. Den Tipp mit dem FAN- silberweiß Effektspülmittel habe ich selber aus dem Internet, man kann das Zeug wie auf dem Fläschchen beschrieben verwenden oder aber selber in sein Shampoo oder die Spülung mischen, denn mir pflegen die Silbershampoos oft nicht genug. Leider gibt es dieses Produkt nur bei dm „im Osten“, komischerweise. Ich lasse mir das immer von meiner Freundin aus Leipzig mitbringen, jedoch bekommt man es auch bei Amazon für einen unverschämt teuren Preis. Wenn du also jemanden in den neuen Bundesländern kennst, lass dir das lieber mitbringen.

Schlussendlich Blond:  Nach einer Woche hatte ich Zeit und meine Kopfhaut hatte mir verziehen, also folgte nun der letzte Schritt – denn das Projekt „Blond“ war für mich noch nicht abgeschlossen. Ich mag das Blond am liebsten ja schön „aschig“, also ins gräuliche. Lieber mehr grau als gelb, mit meinen kurzen Haaren sah das immer super aus.

Also kam jetzt die Poly Color Creme Silbergrau zum Einsatz, damit auch der letzte Gelbstich aus den Haaren verschwindet. Mit Poly Color Creme Silbergrau habe ich bereits gute Erfahrungen gemacht, da ich nach einem Friseurbesuch einmal mit einem fiesen Gelbstich zu kämpfen hatte und mir diese Discounterfarbe meine Wunschhaarfarbe verliehen hat.  Der Inhalt einer Packung reicht für meine Kurzhaarfrisur, allerdings würde ich bei schulterlangen Haaren lieber zu zwei Packungen raten und bei langen Haaren vielleicht sogar zu drei, denn viel ist da wirklich nicht drin.
Endergebnis: Blond!


Schlussendlich bin ich also wieder blond geworden. Gekostet hat mich das ganze ca. 20 Euro und eine Woche Geduld. Es geht also auch selber und das Ergebnis hätte beim Friseur nicht besser sein können – im Gegenteil, ich hatte immer einen Gelbstich nach der Braun-auf-Blond-Prozedur.
Aber: Meine Haare brauchen jetzt ganz viel Pflege und ich freue mich auch schon auf das nächste Haareschneiden, ggf. lasse ich mir dann die Haare auch wieder beim Friseur färben.

Wäre es schief gegangen, wäre es für mich aber auch kein Drama gewesen: Hey, es sind doch nur Haare – die wachsen wieder. Und ich mit meinen kurzen Haaren werde ich die trockenen Spitzen auch schnell wieder los.

Na denn, fröhliches Färben oder auch nicht ;-)

22. April 2016

Mein Plussize-Brautkleid - figurbetont in Größe 44/46 - und Tipps für die Plussize-Brautkleid-Suche!

Dieses Outfit sollte eigentlich mein erster Outfit-Post werden, aber da ich diesen Beitrag besonders gut machen wollte, ist es nun der zweite geworden!

Monate bevor ich hiermit gestartet habe, wuchs die Idee zu einem Plussize-Blog in mir - war ich doch schon immer stille Mitleserin bei vielen tollen Plussize-Mädels. Mindestens genauso lange habe ich mir Gedanken zum allerersten Outfit gemacht, das ich vorstellen wollte - ok, jetzt ist es das zweite. Welches Kleid ist das wohl wichtigste Kleid im Leben einer Frau? Richtig – das Brautkleid!





Ich habe letztes Jahr meinen Traummann heiraten dürfen und hatte MEIN Kleid nach langer, frustrierender Suche spontan gefunden. Hierfür möchte ich etwas ausholen. Ich war zuerst in einem regional bekannten Brautmodengeschäft, denn ursprünglich wollte ich gerne ein kurzes, weißes Kleid im 50er-Jahre Stil. Also Trauzeugin eingepackt und los. Im Brautmodengeschäft angekommen, kam erst einmal die Ernüchterung „Wie? Sie haben keinen Termin und heiraten auch schon im Juni? Oh, dann müssen Sie jetzt aber bald ein Kleid finden, sonst wird das nix mehr!“ – es war Januar. Die freundliche aber entsetzte Verkäuferin erklärte mir, dass man spätestens 6 Monate vor der Hochzeit sein Kleid gefunden haben sollte, denn mit Bestellung und Änderung dauert das eben! What the fuck?! Was für ein Druck!

Kurze Kleider gab es in diesem Geschäft auch, nur leider ausschließlich in Größe 36/38 und größer bestellen ging nur, wenn ich das auch direkt kaufe. Aber wie soll ich da denn sehen, ob mir das überhaupt steht – und bin ich überhaupt der klassische Brauttyp, in weiß und mit Schleier und überhaupt? Die nette Verkäuferin lotste mich durchs Geschäft und zeigte mir die Plus Size Abteilung. „Wie? Mehr nicht? Ist da auch was Kurzes dabei?“. Natürlich war nicht ein kurzes Plussize-Kleid dabei, nur bestickte und beperlte Brautzelte aus Taft und Tüll. Kaum Spitze! Ja ok, es waren schon schöne Kleider in super Qualität, aber immer nur in zeltiger Form. „Sie müssen den Fokus auf ihre schöne Taille und ihr tolles Dekollete‘ setzen, das macht eine tolle Figur“ – immerhin erkannte die nette Dame sofort meine Lieblingszonen! Ich hatte auch noch ordentlich Bauch, schließlich war die Geburt meines Sohnes erst sechs Monate her. Ich probierte einige Kleider an, aber so richtig gefunkt hat es nicht! Dankend verabschiedete ich mich!

An diesem Abend durchforstete ich das Internet und Ebay, auf der Suche nach Kleidern in 44/46. Es war zum Verzweifeln! Gibt es denn echt keinen Hersteller, der seine Brautkleider mal von Plus Size Frauen vorführen lässt? Mich interessiert doch nicht wie ein Model darin aussieht, sondern eine Frau wie ich! Fast hätte ich mir etwas im Internet maßschneidern lassen (Tipp: Oh Gott, lasst so einen Scheiss. Ernsthaft! Damit kann man ganz fies auf die Nase fallen!! Oft haben diese Internetshops nicht mal ein Impressum!! Tschüss Kohle!)  Das Problem war, dass ich nicht wusste was ich wollte! Ich wusste nur, was ich nicht wollte: Kein besticktes Brautzelt in ivory, das meine Figur weg kaschiert und mir hinten ein „Rückendekollete`“ zaubert! Und klassischer Standard – das bin sowieso nicht ICH!

Ich bestellte mir noch einige aus einem Online-Shop und schaute in verschiedenen Brautmodengeschäften und in Outlet-Stores. Meine Freundinnen waren keine Hilfe – da mache ich ihnen aber auch keinen Vorwurf. Ich war kein leichter Fall!  Letztendlich war ich verzweifelt und an dem Punkt „Scheiss egal – Hauptsache du musst nicht nackt heiraten“. Ich fand ein Ist-ganz-hübsch-Kleid in einem schönen, winzig-kleinen Outletgeschäft mit einer sehr, sehr netten Verkäuferin, die bereit war mir viele Extras ans Kleid zu klatschen, damit es irgendwie zu MEINEM Kleid wurde. 

Es kam der Tag der Anprobe – 4 Wochen vor der Hochzeit – ich hatte bis dahin weiterhin das Internet durchforstet in der Hoffnung, dass doch noch ein Wunder geschieht und mir eine gute Fee MEIN Kleid vor die Füße legt! Irgendwie war ich nicht richtig glücklich und bzgl. des Kleides innerlich rastlos und unsicher. Zudem hatte ich mir das alles einfacher vorgestellt, aber nun war es eben so!

Im Laden angekommen brachte ich die Anprobe hinter mich und sah aus dem Augenwinkel etwas im Schaufenster – was ist denn das für ein cooles Kleid? 
„Ähm, das Kleid da vorne – das ist ja schön“ 
„ Ja, das hatten wir hier, weil das jemand für eine Fernsehshow anprobieren sollte, aber das geht nächste Woche ins Hauptgeschäft zurück“.  
Wir waren fertig mit abstecken, ich zog mich wieder um und auf dem Weg hinaus blieb ich vor besagtem Kleid stehen – auf dem Etikett stand Größe 44!  Und es war soooo schön!
„Halten Sie mich für bescheuert, wenn ich das jetzt anprobieren möchte?“ Die Verkäuferin sah mich verdutzt an. „Öhm, öhm, öhm - nö, kein Problem.“

Ich zog das Kleid also an und es passte – nun ja fast – „ach, da könnte man aber den Reißverschluss durch eine Schnürung ersetzen, das ist wirklich kein Problem“.  So tauschte ich das erste Ist-ganz-hübsch-Kleid in MEIN Kleid! Außer meiner Trauzeugin wusste keiner davon! So habe ich durch Zufall MEIN Kleid gefunden.


Eigentlich bin ich schon sehr selbstbewusst, aber bis zur Hochzeit machte ich mir trotzdem Gedanken, was denn wohl meine Familie und Freunde zu diesem figurbetonten Kleid sagen würden. Ich war echt aufgeregt, obwohl ich wusste, dass ich eine gute Wahl getroffen hatte. Als Plussize-Frau scheinen ja immer alle zu wollen, dass du dich versteckst und "kaschierst" -  wie ich dieses Wort mittlerweile hasse.

Auch wenn in Ratgebern und Zeitungen steht, dass man für einen Meerjungfrauen- oder Trumpet-Schnitt sehr schlank sein muss, sollte man darauf nichts geben, sondern einfach mal so etwas anprobieren. Es kommt dabei ganz stark auf die Figur und die Verteilung der Kilos an. Ich hatte ein Kleid in diesem Stil und ja, man sah meinen Bauch und meine Rundungen, aber es passte zu mir! Es war außergewöhnlich und entsprach meinem Stil! Vielleicht haben das einige als unvorteilhaft bezeichnet – mir gegenüber hat zwar keiner etwas Negatives gesagt – aber wer nicht gesehen hat, dass dieses Kleid meiner Person entsprach, der kennt mich einfach nicht! 

Ich liebe mein Kleid, immer noch!Und mein Mann fand mich wunderschön!


Mein Kleid habe ich übrigens von Cynderellas Welt und den Fascinator (jap, so nennt sich das Teil in den Haaren) von Schoenmich Accessoires



Meine Erfahrungen möchte ich aber gerne teilen und habe daher zusammengefasst, was ich aus meiner Brautkleid-Odyssee gelernt habe.

Mein Tipps für Plussize-Frauen auf Brautkleidsuche: 


1. Um die sicherlich nette Verkäuferin gleich auf den richtigen Weg zu bringen, sag ihr am besten wie du zu deiner Figur stehst: Du willst dich zeigen und bist mit deinem Körper zufrieden? Dann sag ihr das! Oder willst du lieber hier und da etwas verstecken (was ja jeder Frau selbst überlassen ist)? Dann gleich raus damit. So bringst du die Verkäuferin nicht in die Lage, dir vielleicht mit einem bestickten Sack, dass sich Brautkleid nennt, um die Ecke zu kommen, worauf du womöglich empört reagierst. Klar gibt es Verkäuferinnen, die denken jede Frau ab Größe 40 will alles weg kaschieren, aber diese Exemplare erkennt man recht schnell und kann sich ja noch woanders umschauen.

2. Wenn du einen Termin in einem Brautmodengeschäft machen möchtest, erkundige dich vorher wie dort die Auswahl im Plussize-Segment ist. Die Aussage "Wir können in allen Größen bestellen" hilft dir nicht weiter, denn du willst ja Kleider in DEINER Größe anprobieren! Für 500m² mit Größe 36/38-Kleidern kannst du auch zuhause bleiben.Wie willst du denn da erkennen, ob dir ein Kleid steht, wenn es nicht einmal annähernd deine Größe hat.

3. Lass dich von jemandem begleiten, der ein positives Körperbild von dir hat. Eine Tante oder Mutter, die dir permanent sagt wie unvorteilhaft etwas geschnitten ist, dich und deine Figur schon immer kritisiert habt und nicht erkennt, worin du strahlst und dich wohlfühlst, die kannst du getrost zuhause lassen! Du bist nicht gut beraten mit jemandem, der dir rät alles weg zu kaschieren, sondern nur mit einer Person, die deine Vorzüge kennt und dir hilft, dafür dein richtiges Kleid auszuwählen. Bei mir war diese Person meine beste Freundin, sie hat mich in meiner Wahl bestärkt und mir ein Stück weit meine Bedenken genommen.  Am Ende entscheidest sowieso nur du alleine!

4. Schau dich vorher nicht stundenlang im Internet um und wälze keine 30 Magazine. Es besteht die Gefahr, dass du dich auf etwas einschießt und traurig bist, wenn du das nicht findest. Anprobieren ist das A und O, denn oft wählt frau am Ende ein ganz anderes Kleid als ursprünglich gedacht.   Es sei denn, du hast die finanziellen Mittel, dir dein Kleid von einem guten Schneider auf den Leib schneidern zu lassen. Falls Bedarf besteht, ich hätte da ein oder zwei Adressen ;-)

5. Mach keine faulen Kompromisse! Wähle kein Kleid, nur weil du gefrustet bist oder unter Druck stehst ganz schnell etwas finden zu müssen, auch wenn du spät dran bist. Schau dich weiter um. Mach Termine bei verschiedenen Brautmodengeschäften, zur Not nimm auch etwas Fahrstrecke in auf! Glaub mir, es lohnt sich! Wenn du dein Kleid gefunden hast, wirst du es sicher merken!

6. Lass dich nicht bequatschen! Deine Oma ist so nett und zahlt dein Kleid, würde dich aber gerne in einem Traum aus Spitze sehen, obwohl du eher auf Tüll stehst. Du hast eine tolle Oma, aber das ist DEIN Tag! Wenn sie dich glücklich machen möchte, soll sie DICH die Entscheidung treffen lassen. Versuch ihr freundlich klar zu machen, zur Not mit Hilfe von Mama, Papa oder Opa, dass du etwas anderes möchtest und das DEIN Tag ist.

In diesem Sinn, lass dich bei der Brautkleid-Suche nicht verrückt machen, irgendwo da draußen ist dein Kleid und wartet auf dich! Manchmal springt es einen sogar aus dem Schaufenster an ;-) 

Schönes Wochenende,

deine Jessi


PS: Die Fotos sind übrigens von meiner Lieblings-Fotografin Elke. Zu finden auf Facebook, siehe hier >> Fotostudio EK-Pictures

19. April 2016

Muddi hat Ausgang und die "gute Hose" ist in der Wäsche oder: Meine beerenfarbene Strumpfhose


Hallihallo Du,

Hach, bin ich kribbelig! Denn „jo“ - ich kann mich nicht nur über Fat Shaming aufregen, sondern habe auch Klamotten im Schrank und liebe es zu shoppen – vorzugsweise online!  Deshalb möchte ich auch zeigen, was ich manchmal Outfit-technisch so „anrichte“. Sicher liege ich modisch oft genug daneben, aber vielleicht hilft es der einen oder anderen Plussize-Lady Mut zu machen, sich auch mal etwas zu trauen und mit Farben und scheinbar wilden Kombinationen zu experimentieren.  Mit genug Selbstbewusstsein fällt ein nicht ganz perfektes Outfit oft überhaupt nicht als solches auf.

Eigentlich wollte ich in meinem ersten Outfit-Post etwas ganz anderes Besonderes zeigen, aber vielleicht ist ein Partyoutfit doch ganz gut als Einstieg.

Letzten Samstag feierte meine kleine Schwester mit ihrem Verlobten Geburtstag und dazu war eine tolle Grillparty in einer Hütte im Wald angesetzt. Sehr spannend, denn ich und mein Mann kannten bis auf eine Handvoll Leute dort niemanden.  Aufregend – war es doch schon eine Art Auftaktveranstaltung für die Hochzeit im Juni.
Da ich in den vorherigen Tagen zu beschäftigt war um mir ein Outfit zu überlegen und die „gute Hose“ natürlich in der Wäsche war, habe ich einfach mal im Schrank gewühlt und gemixt. Mein Mann musste die Bilder noch schnell vor der Party knipsen ;-) , daher bitte ich als Greenhorn-Bloggerin um Milde - beim nächsten Mal werde ich definitiv besser auf die Lichtverhältnisse achten .
Aber nun zu meinem Outfit, dass ich auch auf Instagram gepostet habe.





Ich habe mein neues Oberteil von Asos -Curve mit den Schwalben (eines meiner momentanen Lieblingsteile) über ein enges, schwarzes Basic-Jersey-Kleid von BonPrix angezogen und dazu meine beerenfarbene (oder doch pink/rosa?) Strumpfhose von Takko kombiniert. Die Strumpfhose hatte ich lange nicht mehr an und schon fast in meiner Strumpfhosenbox vergessen – sie lag ganz unten – aber irgendwie erschien mir das Outfit sonst zu farblos. Da mich auf der Feier kaum jemand kannte, dachte ich mir „scheiss drauf, mach mal!“.  Das ein oder andere Kompliment habe ich trotzdem für meine farbenfrohe Strumpfhose bekommen.





Die schlichten, schwarzen Ballerinas mit "spitzer Spitze" sind ebenfalls von Asos. Kleider trage ich gerne mit „irgendwas oben rum“ kombiniert und flache Schuhe sind auf Partys immer Gold wert.




Ich habe so auf jeden Fall bis morgens ums sechs Uhr durchgehalten, während mein Mann unseren Krümel um 21 Uhr ins Bettchen gebracht hat. Muddi hat ja auch mal Ausgang – also, alles richtig gemacht – auch wenn sich der Schlafmangel am nächsten Tag gerächt hat.


Viele Grüße,

Jessi


18. April 2016

„Fitness statt Fatness“ und warum man den Slogan von Karstadt Sport auch anders verstehen kann!


Am  Wochenende postete Tanja Morfa von Kurvenrausch-Hamburg auf Instagram und Facebook ein Plakat der neuen Aktion von Karstadt Sport und löste damit, zumindest auf Facebook, eine Minidiskussion aus. Während einige der Meinung waren, dass dies gegen Dicke gerichtet sei, Vorurteile schüre und eher Kunden vergraule, waren andere der Meinung, man dürfe sich nicht so anstellen, solle das nicht persönlich nehmen und verstehe das falsch.

Erst einmal zu den Fakten: Karstadt Sport gewährt 20% Rabatt auf ein Sportprodukt bei Vorlage von Fastfood-Coupons. Geile Aktion! Ehrlich! Klar ist das ein Werbegag, aber dahinter steckt ja die Absicht, die Kunden dazu zu bewegen über die eigene Ernährung nachzudenken und zu animieren Sport zu treiben – und natürlich bei Karstadt Sport zu kaufen.

Ist doch super! Ernährung und Bewegung ist das A und O um gesund zu leben! Und spätestens nach dem Film „Supersize Me“, weiß man was Fast Food dem Körper antun kann, wenn man sich ausschließlich von Mc Donalds und Co ernährt. Macht natürlich in dem Ausmaß keiner, aber erschreckend waren die Resultate des Selbstversuchs aus dem Film doch. Das Plakat mit dem Karstadt Sport wirbt trägt den Slogan „Fitness statt Fatness“  und zeigt einen Burger belegt mit Sportartikeln!

Ich habe das Plakat gesehen und war direkt angepisst. Ernsthaft? Was ist denn das für eine Scheisse? Geht’s noch? Ich habe mir auf Instagram direkt Luft gemacht.  Plöhöööd und etwas voreilig – ich weiß! Denn danach habe ich die Diskussion auf Facebook  verfolgt und erst dann einmal recherchiert, was überhaupt hinter diesem Plakat steckt. Nachdem ich mich abgeregt und eine Nacht darüber geschlafen habe, bin ich zwar der Ansicht, dass die Rabattaktion super ist, ich aber das Plakat dennoch scheisse finde.  Darf ich auch.

Jemandem, der der Meinung ist, dass ich das Plakat falsch verstanden habe oder mich anstelle, würde ich aber gerne einen anderen Blickwinkel eröffnen. Und vorweg - ja, ich habe den Tiefschlag gegen McDonalds und Co. verstanden, aber nicht nur. Folgendes kommt mir auch in den Sinn - und bestimmt auch anderen Plussize-Menschen-  wenn ich den Slogan „Fitness statt Fatness“  lese:

Fitness ist gut und Fatness ist schlecht. Fitness ist also der wünschenswerte Zustand und Fatness ein Zustand der geändert werden sollte und inakzeptabel ist. Also ist jemand der fett ist, nicht ok wie er ist. Fitness und Fatness schließen sich demnach aus, denn dicke Menschen sind nicht fit und daher auch unsportlich – woher soll die Fitness denn auch kommen. Ein Schlag in die Fresse für jeden dicken Menschen der Fahrrad fährt, schwimmen geht oder sich sonst in irgendeiner Weise sportlich betätigt. Niemandem steht auf der Stirn geschrieben wieviel Sport er die Woche über macht, man geht immer nur davon aus, dass alle Dünnen sportlich und alle Dicken unsportlich sind. Ist aber nicht so! Die meisten meiner Freundinnen sind schlank – aber wenn ich am Wochenende Joggen oder Inline-Skaten möchten, kann ich nur eine oder zwei fragen, ob sie mitmachen wollen. Der Rest prustet los und fragt mich, ob ich wahnsinnig bin.

„Kommt du mit joggen?“

„Sorry, mein Einhorn ist krank!“

„Willst du mich verarschen?“

„Wer hat denn damit angefangen?!“

 

Was mir das Plakat noch sagt: Wenn du fett bist, kommt das daher, dass du nur Fastfood in dich reinfrisst. Das Dicksein hat so viele Gründe und Ursachen, daher ist es ziemlich dumm und viel zu einfach, das allein mit Fastfood-fressen erklären zu wollen. Einzige Tatsache die zum Dicksein führt ist (Achtung: Weisheit!): Man nimmt mehr Kalorien zu sich, als man verbraucht! Ganz simpel. Wie diese Kalorien sich zusammensetzen, kann niemand an der Nasenspitze eines Menschen erkennen.  Die Begleitumstände kann man nur erahnen und keiner sollte sich zu Pauschalaussagen hinreißen lassen.

Na klar wird bei diesem Slogan mit Klischees gespielt, aber ich fühlte mich als Dicke als unsportliche Fastfood-Fresserin abgestempelt, die ungesund lebt. Und das entspricht mir persönlich überhaupt nicht!

Wie gesagt, mein Verständnis muss nicht dem Verständnis der Mehrheit entsprechen, wird es sicher auch nicht. Ist auch ok, aber man KANN den Slogan auch anders verstehen und man KANN sich angegriffen fühlen. Man KANN aber auch einfach den Slogan „Fitness statt Fastfood“ verwenden.  Man KANN aber auch bei einem Laden kaufen, der dir nicht werbetechnisch in die Fresse haut, wenn du als dicker Mensch neue Sportschuhe brauchst.

In jedem Fall muss jeder für sich entscheiden, wie er die Werbung versteht. Verschiedene Meinungen sind wunderbar, und ich bin dankbar, wenn mich mal jemand argumentativ an die Hand nimmt und mir einen anderen Blickwinkel aufzeigt. Dies und nichts anderes habe ich hiermit versucht.



In diesem Sinne, einen schönen Start in die Woche!

Jessi