2. Juni 2016

Stolpersteine und Krisen - Was dich nicht umbringt...


Hallihallo Du,

kennst du das? Du hast dir da einen schönen Plan geschmiedet, hast alles durchdacht, freust dich, weil du denkst etwas ist „safe“ und dann passiert etwas Unerwartetes! Plötzlich ist alles anders! Der Plan ist hinfällig und du versucht einigermaßen ohne Schaden aus der Nummer rauszukommen und zu retten, was zu retten ist. Du hängst in der Luft, ohne richtig zu wissen wo dir der Kopf steht. Schwebst mit deinen Gedanken irgendwo zwischen Plan B und Plan F und weißt nicht so recht, was die richtige Lösung ist. Es gibt einfach zu viele Variablen, die du bedenken musst und jede Lösung scheint nicht perfekt - hat Tücken, Nachteile, Schlaglöcher.  Du bist enttäuscht, wütend, verwirrt, traurig und kannst im Moment vor lauter Emotionen gar nicht vernünftig reagieren.

Solche Situationen hatte ich in meinem Leben schon öfter: Trennungen, Umzüge, berufliche Entscheidungen.  Du sicher auch?! Immer wieder von vorne anzufangen scheine ich für mich gepachtet zu haben. Manche bezeichnen mich als sprunghaft, andere bewundern meine Energie mich neuen Situationen immer und immer wieder zu stellen.  Die Wahrheit ist: Es ist anstrengend! Und ich habe das Gefühl, dass es zunehmend schwerer für mich wird, mich geänderten Situationen und umgeschmissenen Plänen anzupassen. Möchte nicht jeder irgendwann ein Stück Sicherheit haben? Wohnung=Check! Einrichtung=Check! Partner=Check! Zurücklehnen und genießen.

„Was dich nicht umbringt, macht dich nur stärker!“

Stimmt! Ich für meinen Teil bin ein hervorragender Krisenmanager und kriege es irgendwie hin immer wieder aufzustehen, mein Krönchen zu richten und von vorne anzufangen.  Es ist hilfreich, wenn man auch in schwierigen Situationen positiv bleibt – auch wenn es schwer fällt. Vorteile erkennen, neue Möglichkeiten finden – konzentrier dich nicht auf das Negative! Das hilft mir persönlich in Krisensituationen immer sehr. Na klar gehen oft Emotionen wie Trauer, Enttäuschung, Wut, Kränkung, Verbitterung, Schuldgefühle, Erschöpfung, Mutlosigkeit, Angst, Selbstzweifel und was weiß ich nicht noch alles mit Krisen einher. Diese Emotionen sind auch wichtig, jedoch kann man aus so etwas auch gestärkt hervor gehen. Den Kopf in den Sand zu stecken und andere indirekt zu verpflichten, DIR zu helfen den „Arsch“ hochzukriegen, ist nichts für mich. Ich kenne Leute, die sich in Selbstmitleid suhlen, wenn etwas nicht so läuft wie gedacht – Trauer und Enttäuschung zu zeigen und zu verarbeiten ist ja auch wichtig – aber sich langfristig in diesem Zustand einzurichten ist einfach kontraproduktiv. Vor allem hat man auch eine Verantwortung sich selbst gegenüber. Ich kann mir selbst nicht in die Augen schauen, wenn andere meine Probleme lösen. Unterstützung ist hilfreich, aber die Verantwortung für wichtige Entscheidungen sollte man nicht an andere abgeben.

Richtig bescheuert ist es, wenn du in einer Situation steckst, die dir jemand anderes eingebrockt hat. Das nervt so richtig! Wenn man sich selbst irgendwo hinein manövriert hat, löffelt man seine Suppe eben aus. Klar, selbst Schuld, aber geht schon. Aber wenn man Dinge nicht beeinflussen kann und dir etwas entgleitet, stehst du davor und bist ratlos. Zumindest geht es mir gerade so. Wie reagiere ich? Soll ich sauer sein, soll ich mich um die Lösung kümmern, soll ich es dem Verantwortlichen aufdrücken alles zu klären und riskieren, dass wieder alles schief läuft? Soll ich lieber meinen eigenen Plan schmieden und den für mich durchziehen? Ohne Rücksicht auf Verluste? Egoistisch sein?

„Sehe ich eine Krise als Zeit des Wandels, geht es mir schon ein bißchen besser!“

(Romana Prinoth Fornwagner)

Worauf wollte ich mit diesem Gedanken-Post eigentlich hinaus? Ich weiß es nicht! Vielleicht wollte ich mir nur alles von der Seele schreiben. Vielleicht wollte ich mir selber nur vor Augen führen, dass ich bisher schon ganz andere Dinge gemeistert habe und hey – das ist das Leben. Wäre ja auch langweilig, wenn alles nach Plan verliefe! Stolpersteine und Krisen gehören eben dazu. Rückblickend mit genügend Abstand betrachtet, kann man sogar viel von sich selber lernen – vor allem aus seinen Fehlern!
Wie managet du deine Lebens-/Sinnkrisen oder Stolpersteine?

Eine schöne Restwoche!

Eure Jessi



PS: Vielleicht sollte ich noch folgendes anmerken: Bei meinem Mann und mir ist alles in Ordnung, nur manchmal zerschlagen sich Pläne für die Zukunft aus verschiedenen Gründen und das ist gerade echt doof.

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